Breath of Life

Holistic Christian Care & Christian Druidry

Rosenkranz

Als Rosenkranz wird ein betrachtendes marianisches Gebet und die bei diesem Gebet verwendete Perlenkette bezeichnet.

Geschichtliches

Aus dem christlichen Altertum wird besonders von den Wüstenvätern und den Nachahmern ihrer Aszese eine Aneinanderreihung von Gebeten, vor allem des Herrengebetes, also des Vater unser, berichtet. Zum Zählen der Gebetseinheiten benutzten sie Steinchen, geknotete Schnüre oder an einer Schnur aufgereite Fruchtkerne.

Die Christen führten insbesondere in den entstehenden Klöstern die jüdische Tradition des Psalmengebets weiter. Wer des Lesens oder der griechischen bzw. lateinischen Sprache, in der die Psalmen gebetet wurden, nicht kundig war, suchte nach einem Ersatzgebet. Bedeutung gewann daher die Reihung des Vaterunsers als Ersatz für das Psalmenbeten. So wurden oftmals 150 Vaterunser entsprechend der Zahl der 150 Psalmen gebetet. Üblich war es, die 150 Gebete in drei Mal 50 zu unterteilen.

Dieses Reihengebet wurde dann durch den marianischen Aspekt ergänzt. Seit dem 11./12. Jahrhundert wurde das Ave Maria (Gegrüßet seist du, Maria) immer mehr zu einem volkstümlichen Gebet, das in enger Anlehnung an die Heilige Schrift formuliert wurde. Statt 150 Vaterunser oder als Ergänzung dazu kamen als Volksgebet Gebetsreihen von 50 bzw. 150 Ave Maria auf.

Der Trierer Kartäuser Adolf von Essen (1350-1439) führte den Brauch ein, während des Gebets von 50 Ave Maria über das Leben Jesu zu meditieren. Er nannte diese Gebetsform rosarium (Rosenkranz).

Der Kartäuser Dominikus von Preußen (1382-1460), ebenfalls aus der Kartause Trier, fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen (clausulae) zusammen, die sich an den (damals allein üblichen) ersten Teil des Ave Maria anschlossen.

Ebenfalls ein Kartäuser, Heinrich von Kalkar (1328-1408), teilte die Ave Maria in Zehnergruppen ein und fügte zu jeder Zehnergruppe ein Vaterunser hinzu. 1440 wurde noch das Glaubensbekenntnis ergänzt. Um 1500 wurde jeder Zehnerreihe noch ein Ehre sei dem Vater hinzugefügt. Durch Reduzierung auf 15 Geheimnisse (in der heutigen Gestalt um 1483 in Süddeutschland nachgewiesen, seit 1600 allgemein üblich: freudenreiche, schmerzhafte, glorreiche Geheimnisse) und durch Gliederung der Gebetsreihung in Zehnergruppen entstand so der heutige Rosenkranz. Die Beifügung der drei Ave mit dem Gebet um die drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) erwuchs aus der nachtridentinischen Frömmigkeit. Offiziell festgelegt wurde die Gebetsweise des Rosenkranz durch das Breve Consueverunt Papst Pius' V. vom 17. September 1569.

Zunächst war der Rosenkranz ein privates Gebet. Zum Gemeinschaftsgebet wurde er durch das Wirken des Dominikaners Alanus de Rupe (1428-1475), der das Rosenkranzgebet zur Volkskatechese einsetzte. Er richtete seine Predigten anhand der clausulae aus und betete mit den Zuhörern vor oder nach seiner Predigt den Rosenkranz.

Martin Luther schätzte und betete den Rosenkranz.[1]

Alanus de Rupe brachte auch die Legende in Umlauf, der hl. Dominikus habe den Rosenkranz von Maria als Waffe gegen die Albingenser offenbart bekommen.

Papst Johannes Paul II. fügte dem Rosenkranz mit dem Apostolischen Schreiben Rosarium virginis mariae vom 16. Oktober 2002 die lichtreichen Geheimnisse hinzu. Diese nennen Glaubensgeheimnisse zwischen Kindheit und Leiden Jesu und ergänzen die drei klassischen Formen (freudenreicher, schmerzhafter und glorreicher Rosenkranz).

Rosenkranzfest

Seit 1547 ist in Spanien ein Rosenkranzfest nachgewiesen. Es wird nach dem Calendarium Romanum Generale von 1970 heute am 7. Oktober als Memoria Beatae Mariae Virginis a Rosario[2], "Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz", begangen.

Papst Pius V. führt als Dank für den Sieg in der Seeschlacht von Lepanto (am 7. Oktober 1571), durch den das christliche Europa vom Islam bewahrt blieb, das Fest „Maria vom Siege“ am 7. Oktober (1572) in den Römischen Festkalender ein. Weil in Rom die "Rosenkranzbruderschaften" um einen Sieg gebetet hatten, wurde es bald in "Rosenkranzfest" umbenannt.[3] 1573 gestattete Papst Gregor XIII. ein "Fest des heiligen Rosenkranzes" für alle Kirchen, die einen "Rosenkranzaltar" besaßen. [4] Nach dem neuerlichen Sieg über die Türken in Ungarn (Peterwardein) 1716 dehnte Papst Clemens XI. das Fest auf die gesamte Kirche aus; es wurde nun am ersten Sonntag im Oktober begangen, bis Papst Pius X. es 1913 wieder auf den 7. Oktober legte.[5]

In welcher Situation betet man den Rosenkranz?

Sr. Lúcia dos Santos, eine der drei Seherkinder aus Fatima, sagte: „In diesen letzten Zeiten, in denen wir leben, hat die allerseligste Jungfrau dem Rosenkranz eine neue Wirkkraft verliehen. Es gibt kein einziges noch so schwerwiegendes Problem, sei es ein materielles, spirituelles, nationales oder internationales, das nicht durch unser Rosenkranzgebet und unser Opfer gelöst werden kann. Mit dem Rosenkranz werden wir uns retten, heiligen, unseren Herrn trösten und das Heil vieler Seelen erlangen.“ Und weiter: „Das Rosenkranzgebet ist jenes, das uns nach der hl. Liturgie der Messe am meisten mit Gott vereint. Das ist auch der Grund, weshalb der Teufel dieses Gebet so sehr bekämpft! Der Rosenkranz ist die mächtigste Waffe, mit der wir uns verteidigen können.“[6]

Bischof Oliver Dashe Doeme aus Nigeria, hat Ende 2014 in einer Vision gesehen, dass die radikalislamistische Terrororganisation Boko Haram mit Hilfe des Rosenkranzes überwunden werden könne.[7]

Wie man den Rosenkranz betet

Man beginnt am Kreuz, während man es in der Hand hält, macht man das Kreuzzeichen und betet dann das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Dann "rutscht" man mit den Fingern zur ersten Perle. Sie steht alleine. Dort betet man das Ehre sei dem Vater und das Vater unser.

Nun kommen 3 Perlen. An ihnen betet man je ein Gegrüßet seist Du Maria mit den folgenden Einschüben:

Jesus, der in uns den Glauben vermehre.
Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.
Jesus, der in uns die Liebe entzünde.

An der nächsten einzelnen Perle wiederum das Ehre sei dem Vater und Vater unser.

Nun gelangt man an die Hauptkette. An den ersten 10 gruppierten Perlen (auch erstes Gesätz genannt), betet man jeweils ein Gegrüßet seist Du Maria mit dem ersten Geheimnis als Einschub.

An der einzelnen Perle wieder ein Ehre sei dem Vater.

Dann (immer noch an der einzelnen Perle) ein Vater unser.

Beim nächsten Gesätz betet man wiederum 10 mal das Gegrüßet seist Du Maria, diesmal mit dem zweiten Geheimnis als Einschub. So geht es weiter bis man einmal an jeder Perle war.

Am Schluß wird noch einmal das Ehre sei dem Vater und das Gebet nach dem Wunsch der Muttergottes gebetet.

Nach dem Wunsch der Muttergottes in Fatima wird heute von vielen Gläubigen nach jedem Gesätz, dem Ehre sei dem Vater folgend, dieses Gebet eingefügt:

O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

oder auf Latein

O mi Jesu, remitte nobis peccata nostra, custodi nos ab igne inferi, attrahe omnes animas ad caelum praecipue illas maxime egentes misericordiae Tuae.

Die Geheimnisse

Die Wochentagsangaben vor den Geheimnissen beruhen auf Empfehlungen des Vatikan.

Auf Deutsch

Montags und Samstags

Die freudenreichen Geheimnisse

Jesus, den Du, O Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
Jesus, den Du, O Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
Jesus, den Du, O Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast.
Jesus, den Du, O Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
Jesus, den Du, O Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.


Donnerstags

Die lichtreichen Geheimnisse

Jesus, der von Johannes getauft worden ist.
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist.
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Dienstags und Freitags

Die schmerzhaften Geheimnisse

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist.
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.


Sonntags und Mittwochs

Die glorreichen Geheimnisse

Jesus, der von den Toten auferstanden ist.
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist.
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.
Jesus, der Dich, O Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.
Jesus, der Dich, O Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.


Die trostreichen Geheimnisse

Jesus, der als König herrscht.
Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt.
Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit.
Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten.
Jesus, der alles vollenden wird.

Verschiedene Rosenkränze

Rosenkranz vom Allerheiligsten Sakrament
Rosenkranz vom heiligsten Herzen Jesu
Der Heilig-Geist-Rosenkranz
Barmherzigkeitsrosenkranz
Rosenkranz der Gemeinschaft der Heiligen
Der Immaculata-Rosenkranz
Rosenkranz der sieben Schmerzen Mariens
Rosenkranz zum heiligen Josef
Der Rosenkranz für Priester
Rosenkranz zur göttlichen Vorsehung
Wundenrosenkranz


In Latein

In feria secunda et sabbato
In Rosario Gaudioso

Ad tria grana minora in initio adduntur

Qui adaugeat in nobis fidem
Qui corroboret in nobis spem
Qui perficiat in nobis caritatem

Ad singula grana minora quinque decadum expende totidem mysteria inserendo post nomen Jesus sequentia verba:

Quem, virgo per Spiritum Sanctum, concepisti (Mt 1:18, Lc 1:26-28)
Quem visitando Elisabeth portasti (Lc 1:39-45)
Quem, Virgo, genuisti (Lc 2:6-12)
Quem in templo praesentasti (Lc 2:25-32)
Quem in templo invenisti (Lc 2:41-50)


In feria quinta
In Rosario Luminoso

Ad tria grana minora in initio adduntur

Qui adaugeat in nobis fidem
Qui corroboret in nobis spem
Qui perficiat in nobis caritatem

Ad singula grana minora quinque decadum expende totidem mysteria inserendo post nomen Jesus sequentia verba:

Qui apud Iordanem baptizatus est (Mt 3:13, Mc 1:9, In 1:29)
Qui ipsum revelavit apud Canense matrimonium (In 2:1-11)
Qui Regnum Dei annuntiavit
Qui transfiguratus est (Mt 17:1-8, Mc 9:2-9)
Qui Eucharistiam instituit (Apoc 12:1)


In feria tertia et sexta
In Rosario Doloroso

Ad tria grana minora in initio adduntur

Qui intellectum nostrum illuminet
Qui voluntatem nostram perficiat
Qui memoriam nostram roboret

Ad singula grana minora quinque decadum expende totidem mysteria inserendo post nomen Jesus sequentia verba:

Qui pro nobis sanguinem sudavit (Lc 22:39-46)
Qui pro nobis flagellatus est (Mt 27:26, Mc 15:6-15, In 19:1)
Qui pro nobis spinis coronatus est (In 19:1-8)
Qui pro nobis crucem baiulavit (In 19:16-22)
Qui pro nobis crucifixus est (In 19:25-30)


In Dominicis et feria quarta
In Rosario Glorioso

Ad tria grana minora in initio adduntur

Qui cogitationes nostras dirigat
Qui verba nostra moderetur
Qui opera nostra gubernet

Ad singula grana minora quinque decadum expende totidem mysteria inserendo post nomen Jesus sequentia verba:

Qui resurrexit a mortuis (Mc 16:1-7)
Qui in caelum ascendit (Lc 24:46-53)
Qui Spiritum Sanctum misit (Acta 2:1-7)
Qui te assumpsit (Ps 16:10)
Qui te in caelis coronavit (Apoc 12:1)

Varianten

Das Kompendium zum Katechismus (KKK-K) bezeichnet die lat. Mysteria kürzer so:

Rosarium

Mysteria gaudiosa (in feria secunda et sabbato)

- Annuntiatio. - Visitatio. - Nativitas. - Præsentatio. - Inventio in Templo.

Mysteria luminosa (nach Johannes Paul II.) (in feria quinta)

- Baptisma apud Iordanem. - Autorevelatio (apud Cananense matrimonium). - Regni Dei proclamatio (coniuncta cum invitamento ad conversionem). - Transfiguratio. - Eucharistiæ Institutio.

Mysteria dolorosa (in feria tertia et feria sexta)

- Agonia in Hortu. - Flagellatio. - Coronatio Spinis. - Baiulatio Crucis. - Crucifixio et Mors.

Mysteria gloriosa (in feria quarta et Dominica)

- Resurrectio. - Ascensio. - Descensus Spiritus Sancti. - Assumptio. - Coronatio in Cælo.

Im Laufe der Zeit sind Varianten des Rosenkranzgebets entwickelt worden, sowohl innerkatholisch als auch von protestantischen Religionsgemeinschaften.

Die bekannteste innerkatholische Variante ist die Krone der Sieben Schmerzen. Sie besteht aus sieben Gesätzen zu je einem Vaterunser und sieben Ave Maria. Bei jedem Gesätz wird über eine der sieben Schmerzen Marias meditiert.

Der Christusrosenkranz ist eine protestantische Variante des katholischen Rosenkranzes. Statt des Ave Maria wird folgender Rahmenvers gebetet:

Gepriesen sei der Herr, der Allmächtige und Barmherzige, Gottes und Marien Sohn,

[Geheimnis einfügen].

Wir beten dich an an, Herr Jesus Christus und benedeien dich,
in deinem heiligen Kreuz hast du die Welt erlöst.

In Anlehnung an den katholischen Rosenkranz sind auch andere Kranz- bzw. Wiederholungsgebete entstanden, beispielsweise die Anglican Prayer Beads oder die Perlen des Glaubens.

Die Verbindung des Rosenkranzes zur Eucharistie und Eucharistischen Anbetung

Papst Leo XIII. empfiehlt in der Enzyklika Superiore anno (Nr. 4), dass vom 1. Oktober bis zum 2. November 1884 in allen Pfarrkirchen, Marienheiligtümern oder auch anderen Kirchen wenigstens fünf Gesetze des Rosenkranzes mit der Lauretanischen Litanei gebetet werden, "findet die Andacht am Morgen statt, so soll sie mit dem heiligen Meßopfer verbunden werden, wenn nachmittags, so ist das Allerheiligste zur Anbetung auszusetzen und am Schluss der sakramentale Segen zu geben“.[8] Diese Praxis wird in der Instruktion der Sakramentenkongregation „Redemptionis sacramentum“ wieder aufgenommen: „Vor dem aufbewahrten oder ausgesetzten Allerheiligsten soll auch das Rosenkranzgebet nicht ausgeschlossen werden ... Vor allem wenn eine Aussetzung erfolgt, soll jedoch die Besonderheit dieses Gebetes als Betrachtung der Mysterien des Lebens Jesu, des Erlösers, und des Heilsplanes des allmächtigen Vaters, besonders unter Heranziehung von Lesungen aus der Heiligen Schrift, ins Licht gestellt werden“(Nr. 137). Johannes Paul II. nennt den Rosenkranz in seinem Apostolischen Schreiben zum Jahr der Eucharistie, Mane nobiscum Domine im Jahre 2004, einen „Weg, der für die eucharistische Betrachtung besonders geeignet ist, wird sie doch in Gemeinschaft mit Maria und in der Schule Mariens vollzogen“ (Nr. 17).

Früchte des Rosenkranzgebetes

1571: Der Gedenktag „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ wurde von Papst Pius V. als Dank für den Sieg über die Türken bei der Seeschlacht von Lepanto eingeführt.
1945: Ereignis am 6. August morgens um 8.15 Uhr beim ersten Atombombenabwurf in Hiroshima: Nur acht Häuserblocks vom Zentrum der Explosion entfernt blieb ein Haus von vier Jesuiten unversehrt stehen; auch Jahrzehnte später litten sie nicht unter Spätfolgen. Über 200 japanische und amerikanische Ärzte und Wissenschaftler, welche die Patres untersuchten, fanden keine Erklärung hierfür. Auf die vielen Fragen gab Pater Schiffer, einer der Überlebenden, immer die gleiche Antwort: „Wir wollten in unserem Leben einfach die Botschaft der Gottesmutter von Fatima leben; deshalb beteten wir täglich den Rosenkranz.“[9][10]
1955: In Österreich wird der Staatsvertrag und der Abzug der Besatzungsmächte im Jahr 1955 mit dem Rosenkranzgebet in Verbindung gebracht.[11] Mehr als eine halbe Million Menschen beteten damals darum (vgl. Rosenkranz-Sühnekreuzzug).
Februar 1986: Die unblutige Rosenkranzrevolution in Manila, der Hauptstadt der Philippinen: Der Diktator Ferdinand Marcos löste das Parlament auf und viele Menschen, die sich gegen die Unterdrückung wehrten und den Gehorsam verweigerten, wurden inhaftiert. Sie baten Kardinal Jaime Lachica Sin, den Erzbischof von Manila, um Hilfe, der nach einem langen Gebet in seiner Kapelle über den katholischen Rundfunk alle Menschen auf die Straße rief, um ihre Freiheit und ihre Freunde zu verteidigen. In wenigen Stunden versammelten sich dort über zwei Millionen Menschen mit Rosenkränzen in den Händen. Nach vier Tagen zogen Panzer auf, die auf die Menschenmenge losfuhren. Die Demonstranten fielen auf die Knie, die Gesichter auf die kommenden Panzer gerichtet. Sie hoben ihre Rosenkränze hoch und fingen an zu beten. Nach einer Weile begannen auch die Soldaten zu beten. Die Tanks hielten vor den betenden Menschen an. Nun wurde der Befehl gegeben, die Leute mit Tränengas wegzujagen. Spezialisten, die dies vorbereiteten, verließen jedoch bald ihre Plätze, denn unversehens änderte sich die Richtung des Windes und das Gas strömte in ihre Richtung.[12]
1989: Das System des Kommunismus ist in vielen Ländern wieder zusammengebrochen.[13]
um 2016: Bischof Oliver Dashe Doeme aus Nigeria sagte beim Gebetstag der Frau aller Völker im Mai 2016: „Es gab eine Familie, die bei der Einnahme der Stadt Mubi durch Boko Haram – eine islamistische Terrororganisation – gänzlich von der Außenwelt abgeschlossen wurde. Die Boko-Haram-Truppen hatten nämlich ihre Wagen direkt vor dem Haus der Familie geparkt, ohne zu wissen, dass sich dort noch ein Mann mit seiner Frau und den Kindern befand. Gemeinsam betete die Familie den Rosenkranz am Morgen, am Nachmittag und am Abend. Niemand konnte das Haus verlassen, denn sofort hätte man sie entdeckt und gefasst. Aber die Essensvorräte im Haus gingen nicht zu Ende und auch nicht der Wasservorrat (vgl. Lk 4,25f. EU). Monatelang lebte die Familie unter diesen Bedingungen, bis die nigerianische Armee kam und auch diese Gegend zurückeroberte.[14]

Ablass

Ein vollkommener Ablass wird unter den gewöhnlichen Bedingungen demjenigen Christgläubigen gewährt,

- der den Rosenkranz in einer Kirche, in einer öffentlichen Kapelle, in der Familie, in der Ordensgemeinschaft, in einer frommen Vereinigung oder überhaupt mit mehreren, die zu einem ehrenhaften Zweck zusammenkommen, betet;

- der sich während der Fernseh- oder Rundfunkübertragung des Rosenkranzgebetes, das der Heilige Vater betet, mit ihm in frommer Gesinnung vereint. In anderen Fällen wird ein Teilablass gewährt.

a) Es genügt, ein Drittel des Rosenkranzes zu verrichten, jedoch müssen die fünf Dekaden (Geheimnisse) ohne Unterbrechung gebetet werden.

b) Das mündliche Beten muss von der geistlichen Betrachtung der Geheimnisse begleitet sein.

c) Beim öffentlichen (gemeinsamen) Gebet sollen die Geheimnisse - nach örtlicher Gewohnheit - gesprochen werden. Beim privaten Beten genügt es, die Geheimnisse im Geiste zu betrachten (Dieser Abschnitt: vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999).

Päpstliches über den Rosenkranz

Leo XIII.

1. September 1883: Enzyklika Supremi apostolatus Der Rosenkranz in Geschichte und Gegenwart. Anordnung, dass in jeder Pfarrkirche im Monat Oktober täglich der Rosenkranz und die lauretanische Litanei öffentlich gebetet werden.
24. Dezember 1883: Apostolischer Brief Salutaris ille zur Hinzufügung der Anrufung "Königin des heiligen Rosenkranzes" in die Lauretanische Litanei.
30. August 1884: Enzyklika Superiore anno Zur inneren und äußeren Form des Rosenkranzes.
20. September 1885: Ritenkongregation, Dekret Inter plurimos apostolicae über die Rosenkranzfeier im Monat Oktober für künftighin.
26. August 1886: Dekret Urbis et orbis über die diesjährige Andacht des Rosenkranzes im Monat Oktober.
31. Oktober 1886: Apostolisches Schreiben Più a volte an den Kardinal-Vikar Lucidus M. Parochi. Anordnung, dass in den Kirchen der Stadt Rom, welche der seligsten Jungfrau geweiht sind, täglich der Rosenkranz zum Schutz vor Sekten öffentlich gebetet werde.
11. September 1887: Ritenkongregation, Dekret über die Rosenkranzfeier im Oktober und Erhebung des Rosenkranzfestes zu einem Fest zweiten Ranges.
20. September 1887: Enzyklika Vi è be noto über den Rosenkranz und das öffentliche Leben.
11. Oktober 1887 Ritenkongregation, Dekret Das Rosenkranzfest wird „duplex secundae classis“.
22. September 1891: Enzyklika Octobri mense, zum Rosenkranzmonat.
8. September 1892: Enzyklika Magnae dei matris: Der Rosenkranz als Schule des christlichen Tugendlebens.
8. September 1893: Enzyklika Laetitiae sanctae: Der Rosenkranz als Heilmittel für das soziale Leben der Gesellschaft.
8. September 1894: Enzyklika Iucunda semper expectatione: Der Rosenkranz als Verbindung von Betrachtung und Gebet.
5. September 1895: Enzyklika Adiutricem populi christiani, Maria in der Kirche und die Einheit im Glauben, Rosenkranz.
20. September 1896: Enzyklika Fidentem piumque: Der Rosenkranz als das Gebet der Beharrlichkeit zur Vermittlerin aller Gnaden.
12. September 1897: Enzyklika Augustissimi virginis: Die Rosenkranzbruderschaft und die Engel des Himmels.
5. September 1898: Enzyklika Diuturni temporis, Ausdehnung des Rosenkranzfestes auf die ganze Kirche.
8. September 1901: Apostolischer Brief Parta humano generi: Der Rosenkranz als Waffe gegen die Alten und neuen Irrlehren.

Pius XI.

29. September 1937 Enzyklika Ingravescentibus malis über das Gebet des Rosenkranzes als Zuflucht der Kirche.

Pius XII.

15. September 1951 Enzyklika Ingruentium malorum über das Gebet des Rosenkranzes in der Not der Zeit.

Johannes XXIII.

26. September 1959: Enzyklika über den Rosenkranz Grata recordatio, um für den Frieden, die Missionen zu beten und als Vorbereitung auf das Ökumenische Konzil.
28. September 1960: Brief L'Ottobre: Das Rosenkranzgebet im Monat Oktober.
29. September 1961: Apostolisches Schreiben (Brief) Marialis rosarii: Der Rosenkranz als Gebet für den Frieden.
28. April 1962: Apostolischen Brief Oecumenicum concilium. Aufruf zum Rosenkranzgebet für das Ökumenische Konzil.

Paul VI.

30. April 1965: Enzyklika Mense maio über den Maimonat, das Konzil und Aufruf zum Rosenkranzgebet.
15. September 1966: Enzyklika Christi matri rosarii über das Gebet zur Muttergottes im Oktobermonat und Aufruf zum Frieden.
7. Oktober 1969: Apostolisches Schreiben Recurrens mensis october: Rosenkranzgebet für den Frieden.
2. August 1971: Apostolisches Schreiben zur Vierhundertjahrfeier des Schreibens Pius V. Consueverunt romani pontifices, der darin die traditionelle Form des Rosenkranzes erläutert und in gewisser Weise festgesetzt hat.

Johannes Paul II.

16. Oktober 2002: Apostolisches Schreiben Rosarium virginis mariae über den Rosenkranz (VAS 156).

Benedikt XVI.

7. Oktober 2010: Papst Benedikt XVI. erinnerte nach der Generalaudienz an das Fest der „Madonna des Rosenkranzes" und lud besonders auch die Jugendlichen ein, „den Rosenkranz zum täglichen Gebet zu machen." Auch die Kranken und Neuvermählten könnten von dieser meditativen Gebetsform profitieren, die den Glauben und die Gemeinschaft stärken. „Ich ermutige euch, liebe Kranke, zu glauben und euch dank der Rezitation des Rosenkranzes vertrauensvoll in die Hände Gottes zu begeben."

Papst Franziskus

Als Erzbischof von Buenos Aires: „In vielen diözesanen Verwaltungssitzen ist die Atmosphäre kalt und geschäftsmäßig, und manchmal kann man dort die Abneigung gegen die Anbetung und den Rosenkranz kaum verbergen.“[15]

Literatur

Hubert Bucher: "Der Lebendige Rosenkranz - Ein Gebets-Sturm, den unsere Welt nötig hat". Mit einem Vorwort von Francis Kardinal Arinze und Bischof Rudolf Voderholzer. Grignion Verlag 2016 (1. Aufl.; 136 Seiten; ISBN 978-3-932085-99-4 Broschur).
Benedikt XVI.: An der Hand Mariens. Den Rosenkranz beten. (erhältlich bei der Priesterbruderschaft St. Petrus).
Johannes Paul II.: Der Rosenkranz: eine Darstellung der 20 Rosenkranzgeheimnisse Johann Wilhelm Naumann Verlag (64 Seiten).
Florian Kolfhaus: Der Rosenkranz – Theologie auf Knien Dominus Verlag Augsburg 2014 (128 S. 17 farb. Abb. Paperback; ISBN 978-3-940879-35-6).
Hans Weihe: Der Lichtreiche und der Trostreiche Rosenkranz. Bernardus Verlag ISBN 10: 3-937634-36-3.
Johannes XXIII.: Das Rosenkranzgebet, Verlag herold, Wien 1962.
Romano Guardini: Der Rosenkranz Unserer Lieben Frau - Gedanken über das Rosenkranzgebet, Würzburg 1940 (88 Seiten).
Benedikt Stolz; Der Rosenkranz : Licht u. Kraft im Alltag Miriam Verlag 1975 (ISBN 3874490831; 120 S.).
Heinrich Janssen: Perlen des Gebets. Der Rosenkranz, Hinführung und geistliche Deutung, Freiburg i.Br. 2003.
Wilfried Kirsch: Handbuch des Rosenkranzes, Wien 1950.
Karl Joseph Klinkhammer: Ein wunderbares Beten. So entstand der Rosenkranz, Johannes Verlag Leutesdorf 1980.
Rainer Scherschel: Der Rosenkranz – das Jesusgebet des Westens, Freiburg i.Br. 2. Aufl. 1982.
Benno Mikocki: Josef Bauer: Der Rosenkranz. Rhythmus des Himmels, Sankt Ulrich Verlag, 1. Auflage, September 2005.
Antonio Borelli Machado: Der Rosenkranz, Die Lösung unserer Zeit, Aktion Deutschland braucht Mariens Hilfe, 1999, 1. Auflage (94 Seiten) ISBN 3-9335550-02-5
Alfons Maria Weigl (Hrsg.): Rosenkranzbeten im Lichte der heiligen Eucharistie. Nach Vortägen des Bischof Josef Groß, Leitmeritz (48 Seiten).
Der Rosenkranz, Ein leuchtendes Gebet, Parvis-Verlag 2003 (48 Seiten), ISBN 3-907525-79-5
Paul Badde: Heiliges Land, Auf dem Königsweg aller Pilgerreisen, Rom 2008, [1]
Daniel Tibi: Glaubensperlen. Hinführung zum Rosenkranzgebet. EOS, St. Ottilien 2009 ISBN 978-3-8306-7338-5
Adolf Fugel: Der lebendige Rosenkranz. Kanisius Verlag Fribourg (ISBN 3-85754-402-8; erhältlich beim Benedetto Verlag).

Anmerkungen

1) Radio Horeb, Programm Oktober 2016.
2) www.binetti.ru
3) Manfred Becker-Huberti: Feiern, Feste, Jahreszeiten. Lebendige Bräuche im ganzen Jahr", Sonderausgabe 2001, Herder Verlag, Freiburg 2001, S. 363.
4) Theodor Maas-Ewerd: Art. "Marienfeste. III. Gebotene Gedenktage in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl. Bd. 6. Sp. 1372.
5) 7. Betrachtung zum Rosenkranz, am - 7. Oktober 2016 von Pfr. Richard Kocher.
6) 8. Betrachtung zum Rosenkranz, am - 8. Oktober 2016 von Pfr. Richard Kocher.
7) Marianisches Wunder in Nigeria? Kath.net am 23 Mai 2015
8) (Rudolf Graber– Anton Ziegenaus, Die marianischen Weltrundschreiben der Päpste ..., Regensburg 31997, S. 53).
9) Radio Horeb, Programm Oktober 2016.
10) 9. Betrachtung zum Rosenkranz, am - 9. Oktober 2016 von Pfr. Richard Kocher.
11) Der Rosenkranz: Biblisches und ganz auf Christus ausgerichtetes Gebet! Kath.net am 8 Oktober 2016
12) 18. Betrachtung zum Rosenkranz, am - 18. Oktober 2016 von Pfr. Richard Kocher.
13) Der Rosenkranz: Biblisches und ganz auf Christus ausgerichtetes Gebet! Kath.net am 8 Oktober 2016
14) 10. Betrachtung zum Rosenkranz, am - 10. Oktober 2016 von Pfr. Richard Kocher.
15) 6. Betrachtung zum Rosenkranz, am - 6. Oktober 2016 - Pfr. Richard Kocher berichtet von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Rosenkranz.
16) Gib uns heute unser tägliches Brot. Gib uns alles, was wir nötig haben für den Leib: Nahrung, Kleidung, Wohnung. - Basler Katholischer Katechismus (1947)#Die wichtigsten Gebete.
17) Gib uns heute unser tägliches Brot. Gib uns alles, was wir nötig haben für die Seele: Wahrheit, Gnade, heilige Kommunion. - Basler Katholischer Katechismus (1947)#Die wichtigsten Gebete; X. Was enthält die vierte Bitte in sich: Gib uns heute unser tägliches Brot? (Jak 1, 5.17; Ps 39, 18; Dtn 10, 17-18; Gen 28, 20; 1 Tim 6, 8; Spr 30, 8; Ps 144, 15). Wir begehren als Arme und Bettler von dem Urheber und Quell alles Guten das, was hier zum Lebensunterhalt des Leibes täglich genug ist, nämlich Nahrung und Kleidung; überdies (begehren wir auch) was zum Leben der Seele förderlich ist, nämlich (Mt 4, 4; Am 8, 11-12; Sir 15, 3; Spr 9, 5). das Wort Gottes, die geistige Nahrung der Seele, das hochheiligste Sakrament (Mt 26, 26; 6, 11; Joh 6, 51; Hieron. in 6 cap. Mt; Cyprian serm. de orat. Dom.; Ambr. lib. 2 de sacram. cap. 4; Aug. lib 2 de serm. Domin. in monte cap. 7.), jenes Himmelsbrot, und die übrigen heilsamen Sakramente der Kirche und Gaben Gottes, welche den innern Menschen nähren, heilen und stärken, um heilig und selig zu leben. : Petrus Canisius: Catechismus maior#Von der Hoffnung.
18) Mit gutem Grund erbittet man (im Vater unser) das Brot, das das Leben erhält, nachdem man die Gnade erbeten hat, die das Leben selbst ist. Denn das erste, wonach jemand verlangt, der zu leben beginnt, ist nichts anderes als die Speise, mit der man sich am Leben erhält. Ihr müsst aber wissen, dass man in diesem Gebet hauptsächlich das geistliche Brot erbittet, das die Speise für die Seele ist, und erst in zweiter Linie das materielle Brot, das die Speise für den Leib ist. Unter geistlichem Brot versteht man aber das allerheiligste Altarsakrament, das göttliche Brot des Himmels, das auf wunderbare Weise das Leben der Seele nährt. … Unter leiblichem Brot versteht man all das, was nötig ist, um das Leben des Leibes zu erhalten, der für die Seele das Werkzeug ist, mit dem sie ihre guten Werke verrichtet. … Es heißt täglich, d. h. Brot für jeden Tag, damit wir keine übertriebenen oder außergewöhnlichen Dinge wünschen, sondern nur das, was als einfache tägliche Nahrung ausreicht, und zwar für die Seele ebenso wie für den Leib, vor allem weil wir ja wissen, dass wir in diesem Leben Pilger und Fremde sind.- aus: Robert Bellarmin: Großer Katechismus#Erklärung des zwölften Artikels.
19) griech.: "τον αρτον ημων τον επιουσιον δος ημιν σημερον", lat.: "Panem nostrum supersubstantialem da nobis hodie" (Mt 5, 11); Robert Bellarmin: Auslegung des Vater unser#BROT (ff); Die Kirche ladet uns ein, täglich zum Tisch des Herrn zu gehen. - Catechismus Romanus II. Teil, Nr. 58; Konzilskongregation 1905, Dekret Sacra tridentina synodus über die tägliche Kommunion; Codex Iuris Canonici 1917 can. 863; II. Vatikanum: OE 15; KKK 1389.
20) → Weinessig, Hirschzungentrank (hilft der Entgiftungsstation Leber und auch der Lunge), Aderlass, Schröpfen

(Quelle: http://kathpedia.com/index.php?title=Rosenkranz. Abgerufen am 10.08.2021)